Kritische Infrastruktur und Versorgung der Bevölkerung – Neue Entwicklungen durch Klimawandel, Epidemien und die digitale Transformation der Gesellschaft bis 2050

Versorgungsinfrastrukturen wie Wasser, Nahrung, Strom, Treibstoff, Information, Logistik usw. sind dann „kritisch“, wenn ihre Beeinträchtigung oder ihr Ausfall zu einem Risiko für unsere Gesundheit, zu Todesopfern oder Störungen der öffentlichen Sicherheit führen. Gegenwärtig sind langandauernde großflächige Stromausfälle oder Ausfälle von kritischen lebensversorgenden Einrichtungen, wie etwa Krankenhäuser, in hochindustrialisierten Ländern wie Deutschland eher selten. Es tritt aber ein Verwundbarkeitsparadoxon auf, das besagt, dass sich immer höher entwickelnde Gesellschaften gerade durch die Seltenheit von Störungen bei einem plötzlichen Krisenfall unvorbereitet getroffen werden. Die Bedeutung kritischer Bereiche wurde zuletzt besonderes durch die Covid-19-Pandemie deutlich.

Im Juni 2021 haben wir unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Alexander Fekete (Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr, Technische Hochschule Köln) diskutiert, wie die Gesellschaft und ihre „kritische“ Infrastruktur (KRITIS) interagieren, wenn sich z.B. neue Anpassungen an den Klimawandel gesellschaftlich durchsetzen, Pandemien unser Bewusstsein im Umgang mit kritischen Bereichen der Grundversorgung verändern oder sich eine gesellschaftsdurchdringende Digitalisierung bis 2050 fortsetzt. Das Thema wurde in einem interdisziplinär besetzten zweitägigen Expertensymposium bearbeitet und flankiert von einer öffentlichen Podiumsdiskussion und einer mehrteiligen Schülerveranstaltung. Alle Module wurden digital durchgeführt.

Das Symposium bot 15 Expert*innen Raum für interdisziplinären Diskurs und intensiven Austausch. In vier Panels (Panel 1: Bedeutung der KRITIS, Panel 2: Energie und Wasser, Panel 3: Technische Entwicklung und Digitalisierung, Panel 4: Aktuelle Beeinflussungen, Panel 5: Kollektive Intelligenz) wurde analysiert, in welchen Bereichen das Thema KRITIS in den nächsten Jahren Veränderungen erfahren könnte.

Die Gäste der öffentlichen Podiumsdiskussion „Unsere Infrastruktur: Basis oder Achillesferse?“ waren:
Jacqueline Begerow, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ)
Prof. Dr. Alex Lechleuthner, TH Köln, Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG)
Prof. Dr. Jakob Rhyner, Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung, Innovations Campus Bonn (ICB